Meeresspiegel

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Meeresspiegel

Seit mehr als hundert Jahren wird der Meeresspiegel überall auf der Welt gemessen und ausgewertet. Aus den Daten ergibt sich ein klares Bild: Der Meeresspiegel steigt — und zwar schneller denn je. Mit der interaktiven Meeresspiegel-Karte können Sie selbst erkunden, welche Küstenregionen von einem Anstieg besonders betroffen wären.

Als Meeresspiegel wird der Höhenstand des Meeres bezeichnet, der unter anderem auch NN (Normalnull) genannt wird. Es ist der Bezugspunkt für alle Höhenmessungen an Land — sozusagen der Nullpunkt unserer Vermessungen.

Einen weltweiten Zusammenhang konnten Wissenschaftler jetzt schon feststellen: Der Meeresspiegel steigt kontinuierlich. Während die Schwankungen früher eher lokal begrenzt waren, zeigt sich heute ein globales Phänomen. Besonders beeindruckend ist das Tempo der Veränderung. Im 20. Jahrhundert ist der Meeresspiegel schneller angestiegen als in jedem anderen Jahrhundert der Menschheitsgeschichte.

● Vorhersage

Simulation des meeresspiegel-Anstiegs

Erklärungen zuR meeresspiegel karte

Mithilfe der Meeresspiegel-Karte sehen Sie die Küstenregionen, die von einer Überschwemmung betroffen wären. Die Karte ist interaktiv: Sie können selbst einstellen, um wie viele Meter der Meeresspiegel ansteigen soll, und sehen live die Auswirkungen auf die Landkarten der Welt.

squareBelow Water Level = Diese Gebiete wären bei einem Anstieg des Meeresspiegels in der von Ihnen festgelegten Höhe von einer Überflutung betroffen. Die rote Färbung zeigt dabei die gefährdeten Regionen an.

Auch bei einem lokalen Meeresspiegel von 0,0 Metern kann wegen der Kombination von Meeresspiegelanstieg und Stürmen zusätzliches Wasser auf Land gelangen. Besonders in Sturmsaisons wie Herbst und Winter sind Küstenregionen dadurch gefährdet.

Die Höhe der angezeigten Wasseroberfläche über der örtlichen Leitlinie wird als Wasserstand bezeichnet. Diese Werte können tidal (durch Ebbe und Flut), durch Winde oder durch saisonale Effekte schwanken.

Wenn Sie die Karte über den Computer bedienen, können Sie auf der linken Seite der Karte auf die Einstellungen zugreifen. Auf dem Smartphone oder Tablet nutzen Sie die Schaltflächen oben in der Karte.

Das sollten Sie über den Meeresspiegel wissen:

Wie misst man die Höhe des Meeresspiegels?

Bereits seit dem 19. Jahrhundert wird der Stand des Meerwassers aufgezeichnet. Damals wurden bestimmte Punkte an der Küste als Referenzpunkte gewählt — sogenannte Pegelmessstationen. Diese Stationen zeichnen die Höhe kontinuierlich auf. Moderne Messstationen nutzen Radar, GPS und satellitengestützte Verfahren für präzise Messungen.

Einflüsse wie die Gezeiten (Ebbe und Flut), Meeresströmungen, Wind und die Erdanziehungskraft spielen dabei eine Rolle. Um genaue Ergebnisse zu erreichen, werden diese natürlichen Schwankungen herausgerechnet. Dadurch entsteht ein Bild vom langfristigen Trend — und dieser Trend ist eindeutig nach oben gerichtet.

Besonders an der deutschen Nordseeküste gibt es eine lange Messergeschichte. Orte wie Cuxhaven und Borkum verfügen über Pegelaufzeichnungen aus mehr als 150 Jahren — ideale Orte, um den Anstieg zu verfolgen.

Warum variiert der Meeresspiegel lokal so stark?

Die Höhe des Meeres variiert ständig und ist an den verschiedenen Orten auf der Welt auch unterschiedlich. Das liegt nicht nur an der Menge des Wassers, sondern auch an der Geografie und der Schwerkraft. Eine Erhöhung des Wasserspiegels wirkt sich nicht überall gleich aus.

Häufig werden bestimmte, zentrale Punkte von Orten gewählt, um die Höhe anzugeben. Das könnten beispielsweise große Häfen oder stadtnahe Küstenabschnitte sein. Für die Nordseeküste Deutschlands sind dies etwa der Hafen von Hamburg oder die Pegelmessstationen der ostfriesischen Inseln wie Norderney und Wangerooge.

An der Ostseeküste wiederum sind die Verhältnisse etwas unterschiedlich. Orte wie Kiel und Rostock messen kontinuierlich ihre lokalen Pegel.

Wie schnell steigt der Meeresspiegel wirklich?

Die Meeresoberfläche ist laut Forschern allein im 20. Jahrhundert schneller angestiegen als in jedem anderen Jahrhundert seit mindestens 2.000 Jahren. Während die durchschnittliche Rate im 19. Jahrhundert etwa 1,4 Millimeter pro Jahr betrug, sind es heute etwa 3,3 Millimeter pro Jahr — mehr als das Doppelte.

Ein Anstieg von wenigen Millimetern klingt zunächst gering. Über Jahrzehnte gerechnet addiert sich das aber zu erheblichen Mengen. 30 Millimeter in einem Jahrhundert, 30 Zentimeter in drei Jahrhunderten — das sind Maßstäbe, die ganze Lebensräume verändern.

Welche Folgen hat der steigende Meeresspiegel?

Die stets steigende Meeresoberfläche stellt langfristig eine Gefahr für viele Küstenstädte und Länder dar. Besonders betroffen sind flache Küstenregionen und Inselnationen. Der Lebensraum für Menschen und Tiere, die an den Küsten leben, wird vom Meer verschluckt. Somit müssen Millionen von Menschen ihre Heimat verlassen.

Auch Inseln verschwinden nach und nach von der Landkarte: Wenn der Meeresspiegel um weitere Meter ansteigt, werden einige pazifische Inselstaaten vollständig unter Wasser liegen. Länder wie die Malediven oder Tuvalu sind aktuell existenziell bedroht.

In Deutschland sind besonders die niedrig gelegenen Küstenbereiche gefährdet. Die Nordseeküste mit ihren Inseln und Marschen ist durch Sturmfluten und steigenden Meeresspiegel doppelt belastet. Gleichzeitig sinken manche Landstriche auch durch natürliche geologische Prozesse — ein zusätzlicher Effekt, der berücksichtigt werden muss.

Was sind die Ursachen des Meerespiegelanstiegs?

Es gibt zwei Hauptursachen: erstens die thermische Ausdehnung des Wassers. Wenn sich die Ozeane erwärmen, dehnen sie sich aus — ähnlich wie Wasser in einem Glas, das man erhitzt. Zweitens das Schmelzen von Gletschern und der Eisschilde in Grönland und der Antarktis. Das zusätzliche Schmelzwasser fließt direkt ins Meer.

Der Klimawandel beschleunigt beide Prozesse erheblich. Die globale Temperatur ist in den letzten 150 Jahren gestiegen — und mit ihr die Ozeane. Diesen Zusammenhang beobachten Klimawissenschaftler überall auf der Welt mit großer Sorge.

Wie hoch steigt das Wasser, wenn alles Eis schmilzt?

Auf der Erde gibt es derzeit über fünf Millionen Kubikmeilen Eis. Sollte diese enorme Menge von den Polen und aus den Gebirgen komplett abschmelzen, würde der Meeresspiegel um etwa 65 Meter ansteigen. Das würde die Küstenkarten der Welt grundlegend verändern.

Natürlich passiert das nicht von heute auf morgen. Selbst unter pessimistischen Szenarien rechnen Forscher mit einem Anstieg von etwa 1 bis 2 Metern bis zum Jahr 2100. Aber auch das hätte dramatische Folgen für die dicht besiedelten Küstenregionen.

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