Gewitterradar Kiel
Gewitter brauchen aufsteigende Luft, und die Ostsee liefert sie im Sommerhalbjahr nur widerwillig. Das Wasser der Kieler Bucht hinkt der Lufttemperatur um Wochen hinterher: Wenn im Juni über dem Binnenland die ersten Quellwolken in die Höhe schießen, liegt über der Förde noch eine kühle, stabil geschichtete Luftschicht, die genau das verhindert. Kiel ist deshalb ein vergleichsweise gewitterarmer Standort — was nicht heißt, dass hier nichts passiert, sondern dass es seltener passiert und dafür konzentrierter. Zwischen Nordsee und Ostsee ist das Land schmal genug, dass eine Zelle es in ein bis zwei Stunden überquert; das Gewitterradar für Schleswig-Holstein hält diesen Weg von der ersten bis zur letzten Entladung fest.
Wenn es dann doch kracht, kommt die Zelle meist nicht von See, sondern aus Südwest über Land — ausgereift, mit dem Hügelland südlich der Stadt als Startrampe. Wer die Förde im Blick hat, sieht solche Fronten früh: Von den Höhen über Düsternbrook oder vom Ostufer aus reicht der Blick weit die Wasserfläche hinunter, und eine dunkle Böenwalze über dem Wasser ist eine Ansage, die keiner Erklärung bedarf. In der Praxis beginnt die Vorwarnung aber weiter oben, bei der Bewölkung: Wächst über dem südlichen Umland am späten Nachmittag ein Quellwolkenturm bis zum Amboss aus, hat die Zelle die Innenförde erfahrungsgemäß in gut sechzig Minuten erreicht. Wie viel Wasser sie dabei ablädt, ist im Regenradar abzulesen. Dieselben Zellen ziehen anschließend häufig weiter nach Osten, wo gut 110 Kilometer südöstlich Schwerin zwischen seinen Seen liegt.
Gewitterradar Kiel
Das Gewitterradar zeigt Ihnen aktuelle Gewitter auf einer Karte. Die Stärke der Gewitter wird durch Farben angezeigt, die auf der Niederschlagsintensität basieren.
Schwache Gewitter:
🔵 Blau & 🟢 Grün = schwacher Niederschlag
Mäßige Gewitter:
🟡 Gelb & 🟠 Orange = mäßiger Niederschlag
Starke Gewitter (Unwetterrisiko):
🔴 Rot & 🟣 Violett = sehr starker Niederschlag – Vorsicht ist geboten!
Blitzeinschläge:
Auf der Karte sehen Sie kleine ⚡ Blitz-Symbole, die einzelne Blitzeinschläge in Echtzeit anzeigen. Sie erscheinen als kurzes, weißes Aufblitzen.
Zeitlicher Verlauf verfolgen:
Klicken Sie auf das Cursor-Symbol in der Kartenleiste, um den zeitlichen Verlauf der letzten Stunden und Minuten zu sehen. So erkennen Sie die Zugrichtung und können abschätzen, wohin das Gewitter weiter zieht.
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Blitzradar Kiel
Das Blitzradar zeigt Ihnen die aktuellen Blitzeinschläge auf einer Karte. Die Farben kennzeichnen das Alter der erfassten Blitze.
Aktuelle Blitze:
⚪ = Blitze der letzten 20 Minuten (aktuell)
Ältere Blitze:
🟠 Orange & Rot = Blitze vor 20–80 Minuten
🔴 Dunkelrot = Blitze vor 1–2 Stunden
Reine Blitzaktivität:
Im Gegensatz zum Gewitterradar zeigt das Blitzradar nur die Blitzeinschläge selbst – nicht die Niederschlagsmenge. So sehen Sie exakt, wo die elektrische Aktivität am höchsten ist.
Tipp:
Nutzen Sie Gewitterradar und Blitzradar zusammen – das Gewitterradar zeigt die Niederschläge, das Blitzradar die Blitzaktivität. Beide zusammen geben Ihnen ein optimales Bild der aktuellen Gewittersituation.
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So oft blitzt und donnert es in Kiel:
Ein einziges Jahr trägt hier die halbe Statistik. 2021 registrierte ALDIS über dem Kieler Stadtgebiet 330 Einschläge, das entspricht 2,71 Blitzen pro Quadratkilometer — der bundesweite Wert lag im selben Jahr bei 0,87, Kiel also mehr als dreimal darüber. Ohne diesen einen Jahrgang halbiert sich das Mittel der Reihe, von 0,446 auf 0,220 Einschläge je Quadratkilometer. Der Faktor gegenüber Deutschland fällt damit von 0,70 auf 0,36. Beide Zahlen gehören nebeneinander, denn die erste beschreibt die Reihe wie sie ist, die zweite den Normalfall. Und der ist eindeutig: Zehn der elf Jahrgänge blieben unter dem Bundeswert, und im ruhigsten davon, 2025, wurden ganze sechs Einschläge über der Stadt gezählt. Absolut kommt die Reihe auf durchschnittlich 54 Einschläge pro Jahr. 2021 war auch bundesweit ein aktives Gewitterjahr: Die 0,87 Einschläge pro Quadratkilometer werden in den elf Jahren der Reihe nur vom Wert des Jahres 2015 übertroffen. Der Kieler Ausschlag geht darüber aber weit hinaus und dürfte auf ein einzelnes, lokal wirksames Ereignis zurückgehen; auf einer Stadtfläche von rund 119 Quadratkilometern genügt dafür eine einzige kräftige Zelle, die den richtigen Weg nimmt. Die Daten stammen ausdrücklich von der Stadtebene, nicht vom Kreis: Die aus Einschlagszahl und Dichte zurückgerechnete Bezugsfläche von rund 122 Quadratkilometern entspricht dem Stadtgebiet.



