Wetterradar Erfurt
Erfurt liegt im weiten Tal der Gera, am Südrand des Thüringer Beckens und ungefähr in der Mitte zwischen Harz und Thüringer Wald. Die Innenstadt steht auf rund 194 Metern, doch das Stadtgebiet ist alles andere als eben: Im Norden sinkt es auf 158 Meter ab, im Südosten steigt es über den bewaldeten Steiger auf 430 Meter an — fast 300 Meter Unterschied auf einer Fläche, die von Nord nach Süd 21 und von Ost nach West gut 22 Kilometer misst. Für die Temperatur ist vor allem die Beckenlage entscheidend: Kein Meer liegt nahe genug, um die Jahreszeiten zu dämpfen, und die umliegenden Höhenzüge halten milde Westluft ebenso auf wie sie kalte Ostluft im Becken festhalten. Wie sich eine Front vom Thüringer Wald über das Becken nach Nordosten schiebt, lässt sich im Wetterradar für Thüringen über das ganze Land verfolgen.
Die Stadt verdankt ihren Aufstieg einer Pflanze. Ab dem 13. Jahrhundert hatte Erfurt einen Waidmarkt von reichsweiter Bedeutung; aus dem Gewinn des blauen Farbstoffs finanzierten die Kaufleute ihre Speicher und 1379 das Gründungsprivileg für eine Universität, an der ab 1392 gelehrt wurde. Seit 1948 ist Erfurt Landeshauptstadt Thüringens. Der Waid wuchs damals genau deshalb hier so gut, weil das Becken warm und trocken ist — wie trocken, zeigt das Regenradar, und wie oft der Himmel dabei offen bleibt, verrät das Wolkenradar. Rund 70 Kilometer weiter ostnordöstlich, dort wo die Saale den Buntsandstein verlässt, endet das Becken bei Weißenfels.
aktuelles Wetterradar Erfurt
Das Wetterradar von wetteronline.de zeigt Ihnen aktuelle Niederschläge und Gewitter auf einer Karte. Die Stärke der Niederschläge wird durch Farben angezeigt, die auf der Niederschlagsintensität basieren:
Schwache Niederschläge:
Hellblaue Färbung
Mäßige Niederschläge:
Dunkelblaue Färbung
Starke Niederschläge
Dunkelviolette Färbung
Sehr starke Niederschläge (Hagel): Hellviolette Färbung
Blitzeinschläge:
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Je größer diese gelben Kreise sind, umso mehr Blitzeinschläge haben Sie in diesem Gebiet.
Orangene Kreise stellen außerordenlich viele Blitzeinschläge in einem kleinen Gebiet dar.
Aktuelle Blitzeinschläge werden durch gelbe Kreise mit roten Umrandungen dargestellt.
Zeitlicher Verlauf verfolgen:
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Wie ist das Wetter in Erfurt?
Sonnenschein in Erfurt
So oft scheint in Erfurt die Sonne:
Auf 1.665,44 Sonnenstunden kommt Erfurt im Mittel aus 46 Jahrgängen; der bundesweite Vergleichswert derselben Jahrgänge beträgt 1.627,36. Erfurt liegt damit gut 38 Stunden vorn, 2,3 Prozent — und war in 33 der 46 Jahre der hellere Standort. Interessanter als das Mittel ist jedoch, was mit diesem Vorsprung im Lauf der Zeit passiert ist: Er begann bei 1,4 Prozent für 1975 bis 1987, wuchs auf 4,1 und 2,8 Prozent in den beiden mittleren Abschnitten und ist seit 2014 auf −0,1 Prozent geschrumpft — der Abstand ist also praktisch verschwunden. Dahinter steckt kein Rückgang: Der letzte Abschnitt bringt 1.822 Stunden, der erste brachte 1.529 — über Erfurt scheint die Sonne heute also erheblich länger als zu Beginn der Reihe. Aufgezehrt wurde der Vorsprung dadurch, dass der Bundeswert im selben Vergleich noch schneller zulegte. Die Einzeljahre streuen weit: 1.341,0 Stunden im trübsten Jahrgang 1977, 2.039,4 Stunden im hellsten 2022 — fast 700 Stunden dazwischen. Den größten Rückstand auf den Bundeswert brachte 1996 mit 138 Stunden, den größten Vorsprung 2006 mit 196. Unbesetzt bleiben in der Grafik 2016, 2017 und sämtliche Jahrgänge ab 2023; ausgewertet sind die 46 vorhandenen von 1975 bis 2022.
Regen in Erfurt
So oft und so viel regnet es in Erfurt:
Diese Kurve berührt die deutsche Vergleichslinie kein einziges Mal. In keinem der 49 ausgewerteten Jahrgänge hat Erfurt den Bundeswert erreicht, geschweige denn übertroffen — im Mittel stehen 518,18 Millimetern im Stadtgebiet 791,48 Millimeter im Bundesschnitt gegenüber; es fehlen also 273,30 Millimeter, gut ein Drittel. Auffällig ist dabei, wie eng das Band bleibt: 38,3 Prozent Rückstand bis 1987, danach 35,4, dann 30,7 und im jüngsten Abschnitt 33,5 Prozent. Fünf Jahrzehnte, vier Abschnitte, und der Abstand bewegt sich um weniger als acht Prozentpunkte. Das spricht dafür, dass hier keine Wetterlage am Werk ist, sondern die Geografie: Wo der Regen an einem Gebirgskamm ausfällt, fällt er jedes Jahr aus. Die Einzeljahre schwanken trotzdem erheblich. Am weitesten entfernte sich 1982 mit 295,6 Millimetern gegen 705,7 im Bundesmittel — 58,1 Prozent Rückstand in einem einzigen Jahr. Am nächsten kam die Stadt dem Bundeswert 2014, als 667,4 gegen 727,1 Millimeter nur noch 8,2 Prozent trennten. Den nassesten Jahrgang brachte 2002 mit 766,9 Millimetern — einen Wert, den der Bundesschnitt in den meisten Jahren übertrifft. Zwei Jahrgänge, 2022 und 2023, sind in der Grafik nicht besetzt; die übrigen 49 tragen die Auswertung.
Gewitter und Blitze in Erfurt
So oft blitzt und donnert es in Erfurt:
Elf Jahrgänge ergeben für Erfurt im Mittel 0,465 Einschläge je Quadratkilometer; für Deutschland weist dieselbe Spanne 0,635 aus. Das entspricht einem Faktor von 0,73, was sich absolut in durchschnittlich 127 Entladungen je Jahr niederschlägt. Zwei Jahrgänge übertrafen den Bundeswert, und einer davon prägt die ganze Reihe: Im Jahr 2015 registrierte ALDIS 357 Entladungen über dem Stadtgebiet, umgerechnet 1,31 je Quadratkilometer und damit das 1,47-fache des deutschen Werts. Diese Zahl braucht eine Einordnung, denn kein anderer Jahrgang des Fensters war bundesweit so gewitterreich wie eben dieser — der Ausschlag ist also zu einem Teil überregional gedeckt und nur zum Rest eine Erfurter Besonderheit. Rechnet man ihn heraus, sinkt der Faktor von 0,73 auf 0,63, und das beschreibt den Normalfall besser. In dieselbe Richtung deutet der Vergleich der beiden Reihenhälften: Für 2015 bis 2019 stehen 0,686 gegen 0,730 im Bund, praktisch gleichauf; für 2020 bis 2025 nur noch 0,282 gegen 0,555, also gut die Hälfte. Zurückhaltung bleibt trotzdem angebracht, denn auch auf der deutschen Seite hat die Dichte zwischen den beiden Hälften kräftig nachgegeben. Den niedrigsten Wert der Reihe trägt 2022: 32 Entladungen, 0,12 je Quadratkilometer. Die Werte beziehen sich auf das Stadtgebiet: Aus Einschlagszahl und Dichte lässt sich eine Bezugsfläche von rund 273 Quadratkilometern zurückrechnen, und die Stadt misst 269,17.
Temperaturen in Erfurt
So warm und kalt ist es in Erfurt:
Bemerkenswert an dieser Kurve ist nicht ihre Höhe, sondern ihre Beharrlichkeit: In 49 der 51 Jahrgänge liegt Erfurt unter dem Bundeswert. Ein einziges Mal, 1982, lag die Stadt darüber, mit 9,0 gegen 8,9 °C; 2022 traf sie ihn mit 10,5 °C exakt. Im Mittel stehen 8,82 °C gegen 9,11 °C für Deutschland — 0,29 Grad oder 3,2 Prozent Rückstand, und beide Seiten sind über dieselben 51 Jahre gebildet, denn die Reihe ist vollständig, ohne einen einzigen fehlenden Jahrgang. Der Abstand ist allerdings nicht konstant geblieben, und er bewegt sich nur in eine Richtung: 0,34 Grad im Abschnitt bis 1987, dann 0,30 und 0,35 Grad in der Mitte der Reihe, seit 2014 nur noch 0,18 Grad — knapp die Hälfte des Ausgangswerts. Naheliegend als Erklärung für den Rückstand selbst ist die Höhenlage, denn das Stadtgebiet reicht bis 430 Meter hinauf und der bebaute Beckenboden liegt bereits deutlich über dem, was der bundesweite Mittelwert mit dem norddeutschen Flachland verrechnet; dazu kommt die Ausstrahlung in klaren Nächten, die über einem trockenen Becken kräftiger ausfällt als über feuchtem Boden. Beweisen lässt sich das aus Jahreswerten nicht. Die Extreme der Reihe liegen 4,4 Grad auseinander: 6,4 °C im kühlen 1996, 10,8 °C im Jahr 2024.




