Wetterradar Jena
Jena liegt in einem Talkessel, und das ist für das Wetter der Stadt die wichtigste einzelne Tatsache. Die Innenstadt liegt bei etwa 143 Metern am Ufer der Saale, ringsum steigen die Muschelkalkhänge der Ilm-Saale-Platte steil an: Landgrafen 297,9 Meter im Westen, Johannisberg 333,7 Meter, Einsiedlerberg am Hausberg 389,2 Meter, als höchster Punkt des Stadtgebiets der Coppanzer Berg mit 397,6 Metern. Ein Talboden also, der 250 Meter tiefer liegt als seine Ränder, bei einer Talbreite von nur wenigen Kilometern. Für die Temperatur wirkt das gleich dreifach: Die Hänge nehmen dem Wind die Kraft, der helle Kalkstein speichert die Tageswärme und gibt sie abends zurück, und Luft, die von den Rändern herabsinkt, erwärmt sich auf dem Weg nach unten. Wie eine Luftmasse vom Thüringer Becken her über die Platte ins Saaletal kommt, führt das Wetterradar für Thüringen über die volle Landesbreite vor.
Diese Wärmegunst hat die Stadt geprägt, lange bevor jemand sie gemessen hat: An den Hängen wuchs im Mittelalter Wein, bis die Kleine Eiszeit dem um 1800 ein Ende setzte, und die Gegend trägt bis heute den Beinamen Thüringer Toskana. Ihren Weltruf verdankt Jena allerdings etwas anderem — der 1558 gegründeten Universität und der Werkstatt, die Carl Zeiss hier 1846 eröffnete; mit Ernst Abbe ab den 1880er-Jahren und dem Glaswerk von Otto Schott ab 1884 wurde daraus ein Zentrum der optischen Industrie. Wie viel Regen in diesem geschützten Tal ankommt, führt das Regenradar vor, und wie lange die Sonne den Talboden überhaupt erreicht, ist eine Frage für das Wolkenradar. Knapp 40 Kilometer westlich, jenseits der Platte und schon im offenen Becken, liegt Erfurt.
aktuelles Wetterradar Jena
Das Wetterradar von wetteronline.de zeigt Ihnen aktuelle Niederschläge und Gewitter auf einer Karte. Die Stärke der Niederschläge wird durch Farben angezeigt, die auf der Niederschlagsintensität basieren:
Schwache Niederschläge:
Hellblaue Färbung
Mäßige Niederschläge:
Dunkelblaue Färbung
Starke Niederschläge
Dunkelviolette Färbung
Sehr starke Niederschläge (Hagel): Hellviolette Färbung
Blitzeinschläge:
Auf der Karte sehen Sie kleine Kreissymbole.
Je größer diese gelben Kreise sind, umso mehr Blitzeinschläge haben Sie in diesem Gebiet.
Orangene Kreise stellen außerordenlich viele Blitzeinschläge in einem kleinen Gebiet dar.
Aktuelle Blitzeinschläge werden durch gelbe Kreise mit roten Umrandungen dargestellt.
Zeitlicher Verlauf verfolgen:
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Wie ist das Wetter in Jena?
Sonnenschein in Jena
So oft scheint in Jena die Sonne:
Von 28 ausgewerteten Jahrgängen blieben 26 unter dem deutschen Vergleichswert; nur 1982 und 2000 lagen darüber. Im Mittel kommt Jena auf 1.478,16 Sonnenstunden, Deutschland über dieselben Jahrgänge auf 1.561,91 — der Rückstand beträgt damit 83,75 Stunden, 5,4 Prozent. Auffällig ist die Gleichmäßigkeit: 5,9 Prozent in den ersten zehn Jahren, 4,9 im mittleren Block, 5,3 im letzten. Ein Tal, dessen Ränder morgens und abends im Weg stehen, verhält sich eben jedes Jahr gleich. Am trübsten fiel 1987 mit 1.224,8 Stunden aus, am hellsten der Schlussjahrgang 2003 mit 1.928,8. Und damit zur wichtigsten Einschränkung: Diese Kurve endet 2003, ab 2004 ist keine Jahresspalte mehr besetzt. Der Prozentabstand bleibt davon unberührt, weil Stadt und Bundeswert über exakt dieselben 28 Jahrgänge gebildet sind. Das absolute Niveau ist dagegen ein historisches — allein der deutsche Durchschnitt liegt in den Jahren nach 2003 um rund 161 Stunden höher als davor. Ein heutiges Jenaer Sonnenjahr fiele also spürbar heller aus als die 1.478 Stunden dieser Reihe; ob der Abstand zum Bund dabei erhalten geblieben ist, geben die vorliegenden Zahlen nicht her.
Regen in Jena
So oft und so viel regnet es in Jena:
Kein einziger Jahrgang dieser Reihe hat den Bundeswert erreicht — 51-mal blieb Jena darunter. Über die ganze Reihe gerechnet erreicht Jena 594,75 Millimeter, der Bund 792,35 — eine Lücke von 197,60 Millimetern, knapp ein Viertel. Der Abstand bleibt dabei auffällig stabil. Im ersten Abschnitt fehlten 22,7 Prozent, danach 27,0, anschließend 24,5, zuletzt 25,6 — ein Band von weniger als fünf Prozentpunkten über fünf Jahrzehnte. Spektakulär wird es erst bei den Einzeljahren, und dort ausgerechnet an einer Nahtstelle: Auf 843,1 Millimeter kam 1981, so viel wie in keinem anderen Jahrgang, und bereits 1982 waren es 388,7 — weniger als die Hälfte. Bezeichnend ist dabei, dass selbst der Rekordjahrgang 1981 den Bundeswert jenes Jahres nicht erreichte, denn 1981 war deutschlandweit das nasseste Jahr der gesamten Reihe. Ausgewertet sind alle 51 Jahrgänge ohne eine einzige Lücke; die deutsche Vergleichslinie stammt aus denselben Jahren.
Gewitter und Blitze in Jena
So oft blitzt und donnert es in Jena:
Fünf der elf Jahrgänge übertreffen den Bundeswert — 2016 und 2017, dann 2022, 2023, zuletzt 2025. Und trotzdem bleibt das Elfjahresmittel darunter: 0,571 Einschläge je Quadratkilometer gegenüber 0,635 im Bund, ein Faktor von 0,90. Dieser scheinbare Widerspruch löst sich über die Größenordnung der Abweichungen: Wo Jena vorn liegt, liegt es meist knapp vorn; wo es zurückfällt, fällt es deutlich zurück, etwa 2018 mit 0,27 gegen 0,79 oder 2021 mit 0,47 gegen 0,87. Absolut zählt die Statistik im Mittel 69 Entladungen im Jahr. Aus dem Rahmen fällt der Jahrgang 2017: 167 Einschläge und 1,38 je Quadratkilometer, während der Bund bei 0,69 stand — exakt die Hälfte davon. Diese Zahl ist eine örtliche Angelegenheit und keine bundesweite: 2017 lag der deutsche Wert im Mittelfeld des Fensters, das Jahr war also nirgends besonders auffällig außer hier. Ohne diesen einen Jahrgang gerechnet, fällt der Faktor auf 0,78. Die beiden Reihenhälften zeigen dieselbe Bewegung: 0,746 gegen 0,730 bis 2019, danach 0,425 gegen 0,555 — wobei auch die deutsche Seite in diesem Vergleich nachgegeben hat und vier bis sechs Jahrgänge noch keine Entwicklung ergeben. Am wenigsten registrierte die Statistik im Jahr 2020, nämlich 29 Entladungen bei einer Dichte von 0,24. Bezugsraum ist dabei das Stadtgebiet: Zahl und Dichte ergeben zurückgerechnet rund 121 Quadratkilometer, während Jena 114,2 misst.
Temperaturen in Jena
So warm und kalt ist es in Jena:
Diese beiden Linien kreuzen sich nie. In allen 51 Jahrgängen der Reihe liegt Jena über dem Bundeswert — es gibt keine Ausnahme, kein Gleichstandsjahr, keinen Ausrutscher. Gemittelt über die ganze Reihe erreicht die Stadt 10,13 °C, Deutschland 9,11 °C — Jena liegt also 1,02 Grad vorn, 11,2 Prozent. Fast noch bemerkenswerter ist, wie ruhig dieser Vorsprung über fünf Jahrzehnte bleibt: 1,08 Grad zu Beginn, im zweiten Abschnitt 1,02, im dritten 0,96, im vierten erneut 1,02 Grad. Er wächst nicht und er schrumpft nicht, er ist einfach da. Ein solcher Befund deutet auf die Lage und nicht auf eine Wetterphase: Windschutz durch die Talflanken, Wärmespeicherung im hellen Muschelkalk und absinkende Luft von den Höhen wirken jedes Jahr gleich, während Wetterphasen kommen und gehen. Beweisen lässt sich diese Zuordnung aus Jahresmitteln allerdings nicht. Vier Grad trennen den kühlsten Jahrgang vom wärmsten: 8,0 °C brachte 1996, 12,0 °C das Jahr 2024 — und selbst der kühlste dieser beiden lag über dem Bundeswert seiner Zeit. Für die Normalperiode 1981 bis 2010 weist die Stadt ein Jahresmittel von 10,3 °C aus — ein Wert, der sich mit dieser Reihe deckt.




