Wolkenlexikon – Alles zu Cumulus, Stratus, Strato, Alto und Nimbus!
Wolken sind faszinierende Phänomene am Himmel – von der zarten Federwolke in der Höhe bis zur mächtigen Gewitterwolke, die sich dunkel am Horizont aufbaut. Doch was unterscheidet sie voneinander? Wie entstehen sie? Und was verraten sie uns über das kommende Wetter?
In diesem umfassenden Wolkenlexikon finden Sie alles, was Sie über Wolkentypen wissen müssen. Wir erklären die Wissenschaft hinter den Wolken, stellen alle neun wichtigsten Wolkenarten vor und helfen Ihnen, Ihr Wissen beim nächsten Blick in den Himmel praktisch anzuwenden. Nutzen Sie unser Wolkenradar, um das gerade Gelernte live zu beobachten – Wolkenbeobachtung wird so zur faszinierenden Aktivität für Jung und Alt!
Die Sprache der Wolken – Grundbegriffe erklärt
Wie sind Wolkennamen aufgebaut? — Die Grundbegriffe verstehen!
Alle Wolkennamen folgen einem einfachen System aus Grundbegriffen, die aus dem Lateinischen stammen. Wenn man diese Begriffe kennt, versteht man sofort, welche Wolkenart man vor sich hat – ohne sie vorher je gesehen zu haben!
Die drei Grundtypen: Cirrus, Cumulus und Stratus
– Cirrus (lateinisch: Feder, Haar)
Feine, fadenförmige Wolken. Sie wirken zart und hängend wie Federn. Sie entstehen in großer Höhe aus Eiskristallen. Wenn Sie eine Wolke mit „Cirrus“ im Namen sehen (z.B. Zirruswolke, Zirrocumulus), wissen Sie: Das sind hohe, dünne, feine Wolken.
– Cumulus (lateinisch: Haufen, Beule)
Haufenförmige, dichte Wolken mit ausgeprägten Konturen. Sie sehen aus wie übereinandergestapelte Wattebäusche oder Luftblasen. Alle Cumulus-Wolken haben diese charakteristische „Kopfform“ – von unten flach, von oben gewölbt. Sie entstehen durch Wärmethermiken und signalisieren oft gutes Wetter (Schönwettercumulus).
– Stratus (lateinisch: Schicht, Lage)
Gleichmäßige, flache Schichten oder Lagen. Stratus-Wolken bedecken den Himmel wie ein dichtes, undurchdringliches Tuch – keine einzelnen Formen, sondern eine durchgehende Decke. Sie entstehen oft in stabilen, feuchten Bedingungen und blockieren die Sonne.
Weitere Wolken-Modifizierer und ihre Bedeutung
– Alto- (lateinisch: Höhe/Mitte)
Signalisiert mittlere Höhe. „Altostratus“ = eine Schichtenwolke in mittlerer Höhe. „Altocumulus“ = haufenförmige Wolken in der Mittelhöhe. Alle Alto-Wolken liegen zwischen 2–5 km Höhe.
– Nimbo- oder -nimbus (lateinisch: Regen)
Signalisiert Niederschlag/Regen. „Nimbostratus“ = Schichtenwolke, die Regen bringt. „Cumulonimbus“ = Hafelwolke mit intensivem Regen/Gewitter. Wenn „nimbus“ oder „nimbo“ im Namen vorkommt, bedeutet das: Diese Wolke produziert Niederschlag, und davon meistens auch nicht zu wenig.
– Strato- (lateinisch: Schicht)
Verstärkt den Schicht-Aspekt und wird mit anderen Grundtypen kombiniert – z.B. Stratocumulus. Nähere Details finden Sie gleich unten in den praktischen Beispielen.
Praktische Beispiele
– Zirrocumulus = Cirrus (fein) + Cumulus (Haufen) → Kleine, weiße Flöckchen in der Höhe – das Beste aus beiden Wolkenwelten!
– Altocumulus = Alto (Mittel) + Cumulus (Haufen) → Haufenförmige Wolken in mittlerer Höhe.
– Cumulonimbus = Cumulus (Haufen) + Nimbus (Regen) → Eine riesige und mächtige Wolke, die Gewitter und Regen/Hagel bringt.
– Stratocumulus = Stratus (Schicht) + Cumulus (Haufen) → Eine Schichtenwolke mit leichten haufenförmigen Strukturen
Niedrige Wolken bis in eine höhe von 2 km
Mittelhohe Wolken zwischen 2 Km bis hin zu 5 km
hohe Wolken zwischen 5 Km bis zu 13 km
Vertikale Wolken zwischen 2 Km bis hin zu 15 km
Wie entstehen Wolken? — Die Wissenschaft erklärt Es
Wir sehen sie tagtäglich über unsere Köpfe hinweg am Himmel schweben – und dennoch wissen viele Menschen nur sehr wenig über sie: Wolken. Von der harmlosen Schleierwolke, die über den tiefblauen Sommerhimmel schwebt bis hin zur großen Gewitterwolke, die rasend schnell für Abkühlung sorgt.
Alle Wolken haben dabei eine Sache gemeinsam: Sie bestehen aus Wasser, genauer gesagt aus Wasserdampf.
Dieser entsteht bei Sonneneinstrahlung, die das Wasser in Seen, Flüssen und Gewässern um uns herum verdunsten lässt. Einmal verdampft, bahnt sich das Wasser im Verbund mit warmer Luft dann schnell seinen Weg nach oben. Dort angekommen, beginnt der Wasserdampf zu kondensieren. Dies liegt an der Temperatur der Umgebungsluft, die mit der steigenden Höhe immer weiter abnimmt. Die Kondensation des Wasserdampfs führt dann dazu, dass sich nach und nach mehr kleine Wassertropfen bilden und die Wolke entstehen kann. Wenn die Wolke in größere Höhen vordringt, können auch Eiskristalle entstehen.
Warum sind Wolken weiß? — Die Optik der Wolken
Beim Blick in den Himmel fällt uns auf, dass der Großteil aller Wolken in weißer Farbe erscheint. Doch warum ist das so? Die Farbe der Wolke ist also einzig und allein von der Sonne abhängig.
Wir haben bereits gelernt, dass eine Wolke zum größten Teil aus Wasserdampf oder Eiskristallen bestehen. Diese streuen das Sonnenlicht und sorgen dafür, dass die Wolke in weißer Farbe erstrahlt. Wenn also das Sonnenlicht nachlässt oder verschwindet, verändert die Wolke ihre Farbe von einem hellen weiß zu einem dunklen grau. Bemerkbar macht sich dies auch, sobald die Sonne untergeht und weiße Wolken plötzlich dunkel und grau erscheinen.
Wie hoch sind Wolken wirklich? — Die Höheneinteilung
Die Höhe von Wolken kann sich stark unterscheiden. Hier ist ein Überblick über die Kategorisierung der verschiedenen Wolkentypen:
– Hohe Wolken: 5 bis hin zu 13 km Höhe
– Mittelhohe Wolken: 2 bis 5 km Höhe
– Niedrige Wolken: Bodennähe bis hin zu 2 km Höhe
– Vertikale Wolken: 2 bis hin zu 15 km Höhe
Diese extremen Höhenunterschiede erklären auch, warum Cumulonimbus-Wolken so besonders gefährlich sind – sie erstrecken sich über fast die gesamte Höhenlage der Troposphäre.
Warum gibt es auch schwarze Wolken? — Das Phänomen der dunklen Wolken
Schwarze Wolken entstehen dann, wenn das gestreute Sonnenlicht die Wolke nicht komplett durchdringen kann. Das ist besonders dann der Fall, wenn es sich um eine dicke Wolke oder Wolkendecke handelt.
Ein gutes Beispiel für die Wolkenfarben: Während die dünnen und lichtdurchlässigen Teile der Wolke durch die Lichtstreuung für eine helle Farbe sorgt, erscheint der dicke und lichtundurchlässige Teil dunkel. Diese Kontraste sind besonders beim Fotografieren oder Beobachten von Gewitterwolken faszinierend.
In welche Richtung ziehen Wolken? — Windmuster verstehen
Die Zugrichtung der Wolke ist immer von den Windverhältnissen abhängig – Wolken ziehen immer mit dem Wind. Da Europa im Einfluss der Westwindzone liegt (die durch den Golfstrom verursacht wird), ziehen die Wolken meistens von Westen nach Osten.
Für eine genauere Auskunft darüber, in welche Richtung eine Wolke zieht, empfiehlt sich aber immer ein Blick in das Wolkenradar oder Wetterradar, auf die an dieser Stelle verwiesen wird.
Oftmals kann die Zugrichtung der Wolke aber auch entgegen unserer Erwartung sein. Sicherlich haben Sie schon einmal beobachtet, dass eine Wolke scheinbar gegen den Wind gezogen ist. Dies liegt daran, dass es unterschiedliche Windschichten in der Atmosphäre gibt. Während am Boden der Wind zum Beispiel von Osten weht, kann der Wind in höheren atmosphärischen Schichten zum Beispiel in die entgegengesetzte Richtung ziehen.
Kann man Wolken anfassen?
Wolken erwecken beim Anblick den Eindruck, als können man sie anfassen oder spüren. Jedoch trügt dieser Schein. Würde man durch die Wolke fliegen und sie mit der Hand berühren, dann würde man wohl recht wenig spüren. Der Wasserdampf und die Eiskristalle sind auf der Haut kaum spürbar.
Das Gefühl ist wohl vergleichbar mit dem, wenn man die Hand über einen mit Wasser erhitzten Topf hält, wo Wasserdampf aufsteigt. Man würde wohl lediglich feststellen, dass sich auf der Hand Wassertröpchen ansammeln.
Anders würde es sich wohl verhalten, wenn man durch eine Cumulonimbus fliegt, die im Inneren Hagelkörner enthält. Diese Hagelkörner spürt man durchaus, ein Ausflug in eine Hagelwolke ist aber absolut nicht zu empfehlen. Denn wussten Sie beispielsweise, dass das offiziell größte Hagelkorn am 23. Juli 2010 in Vivian, South Dakota (USA) am Boden eingeschlagen ist? Mit einem offiziell dokumentierten Durchmesser von 20,32 Zentimetern und einen Umfang von 47,33 Zentimetern brachte es ziemlich genau 879 Gramm auf die Waage und hatte damit fast die Dimension eines Handballes!
Häufig gestellte Fragen: Unser Wolken-FAQ
Welche sind die drei bekanntesten Wolkenarten?
Die wohl drei bekanntesten Wolkenarten sind die Zirruswolken (auch Federwolken genannt), die Altocumulus (Schönwetterwolken) und die Cumulonimbuswolken, die man auch als die klassische Gewitterwolke kennt.
Welche Wolken kündigen schlechtes Wetter oder Regen an?
Cirrocumuluswolken sehen zwar schön und unscheinbar aus, kündigen aber oft einen Wetterwechsel und somit schlechtes Wetter an. Auch Nimbostratus-Wolken sind zuverlässige Regenankündiger – wenn diese graue, dichte Schicht den Himmel bedeckt, folgen durchgehende Niederschläge.
Was ist der Unterschied zwischen Cirruswolken und Cirrocumulus?
Cirruswolken wirken fein und faserig wie Federn (daher der Name „Federwolken“), während Cirrocumulus kleine, weiße Flöckchen bildet, die ein regelmäßiges Muster am Himmel erzeugen (Cumulus = lat. Haufen) – wie eine große Schafherde.
Warum sind Regenwolken dunkel?
Regenwolken (Nimbostratus) und Gewitterwolken (Cumulonimbus) sind dunkel, weil ihre Wolkenmasse so dicht ist, dass Sonnenlicht nicht mehr durchdringt. Ein Teil des Lichts wird von oben absorbiert, während der untere Teil dunkelgrau oder sogar schwarz wirkt. Der Effekt verstärkt sich übrigens sehr stark, wenn die Wolke direkt von der Sonne angestrahlt wird.
Warum bilden sich Wolken über Bergen?
Wenn feuchte Luft einen Berg hinaufsteigt, kühlt sie ab. Diese Abkühlung führt zur Kondensation von Wasserdampf und damit zur Wolkenbildung – oft sieht man „Bergwolken“ oder „Orographische Wolken“, die an den Berghängen „kleben“.
Wie schnell bewegen sich Wolken?
Die Geschwindigkeit hängt vom Wind ab. Typischerweise bewegen sich Wolken mit 15–30 km/h, aber bei starken Jetstream-Winden können sie über 100 km/h oder sogar noch schneller werden. Die schnellsten Jetstreams können sogar 500 km/h schnell werden!
Gibt es regionale Unterschiede bei Wolkentypen?
Ja! Küstenregionen sehen häufiger Stratocumulus und Stratus, Bergregionen haben mehr vertikale Wolken (Cumulus, Cumulonimbus), und Täler leiden oft unter Hochnebel (Stratus).



