Wetterradar Trier
Als die Römer um 18 vor Christus Augusta Treverorum gründeten, wählten sie eine Talweite an der Mosel, in der sich Eifel und Hunsrück auf wenige Kilometer annähern und dabei einen geschützten, nach Südwesten offenen Kessel bilden. Das war keine zufällige Wahl: Die Lage ist mild, windgeschützt und hat eine lange Vegetationsperiode — die Voraussetzung dafür, dass hier seit der Antike Wein wächst. Das Jahresmittel liegt bei 10,6 °C und damit rund anderthalb Grad über dem deutschen Durchschnitt. Wie sich das Wetter über dem Moseltal gerade entwickelt, zeigt das Wetterradar; die überregionale Einordnung liefert das Wetterradar für Rheinland-Pfalz.
Wie stark die Verhältnisse innerhalb der Stadtgrenzen auseinandergehen, zeigt die Höhenspanne: Vom Moselufer bei 125 Metern steigt das Stadtgebiet bis auf 396 Meter an den Hunsrückhängen an. Die Weinlagen liegen genau dazwischen, an den steilen, nach Süden gerichteten Hängen, wo die Sonne im spitzen Winkel auf den Schieferboden trifft und die Wärme bis in die Nacht gespeichert wird. In der Talsohle dagegen, zwischen Porta Nigra und Kaiserthermen, wirkt der Wärmeinseleffekt der dichten Altstadtbebauung. Moselabwärts, dort wo der Fluss in den Rhein mündet, liegt Koblenz in einer verwandten Tallage. Wie viel Regen diese Wärme begleitet, ist dabei die überraschendere Hälfte der Geschichte.
aktuelles Wetterradar Trier
Das Wetterradar von wetteronline.de zeigt Ihnen aktuelle Niederschläge und Gewitter auf einer Karte. Die Stärke der Niederschläge wird durch Farben angezeigt, die auf der Niederschlagsintensität basieren:
Schwache Niederschläge:
Hellblaue Färbung
Mäßige Niederschläge:
Dunkelblaue Färbung
Starke Niederschläge
Dunkelviolette Färbung
Sehr starke Niederschläge (Hagel): Hellviolette Färbung
Blitzeinschläge:
Auf der Karte sehen Sie kleine Kreissymbole.
Je größer diese gelben Kreise sind, umso mehr Blitzeinschläge haben Sie in diesem Gebiet.
Orangene Kreise stellen außerordenlich viele Blitzeinschläge in einem kleinen Gebiet dar.
Aktuelle Blitzeinschläge werden durch gelbe Kreise mit roten Umrandungen dargestellt.
Zeitlicher Verlauf verfolgen:
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Wie ist das Wetter in Trier?
Sonnenschein in Trier
So oft scheint in Trier die Sonne:
Für die Sonnenscheindauer ist die Datenlage in Trier besonders zu erläutern. Eine aktuelle Messreihe für die Stadt existiert nicht: Die Trierer DWD-Reihe umfasst nur die Jahre 1975 bis 1987 und bricht danach ab. Als Orientierungsgröße für die Gegenwart wird deshalb der Landeswert für Rheinland-Pfalz herangezogen — über die Jahre 1975 bis 2025 ergeben sich im Mittel 1.608,23 Sonnenstunden pro Jahr gegenüber 1.635,38 Stunden im bundesweiten Durchschnitt desselben Zeitraums, also eine Abweichung von nur 1,7 Prozent nach unten. Das ist ausdrücklich ein Landes- und kein Stadtwert und mittelt die sonnenreichen Rheinlagen mit den trüberen Höhen von Eifel und Westerwald zusammen. Die historische Trierer Reihe lohnt daneben einen eigenen Blick: In den 13 gemessenen Jahren lag die Sonnenscheindauer bei 1.228,30 Stunden gegenüber 1.506,78 Stunden im deutschen Mittel derselben Jahre — ein Rückstand von 278,48 Stunden oder 18,5 Prozent. Die Einzeljahre reichten von 1.082,2 bis 1.633,4 Stunden. Diese Zahlen beschreiben allerdings ein Jahrzehnt, das fast vier Jahrzehnte zurückliegt, und sie stammen aus einer Zeit anderer Messtechnik; sie lassen sich nicht in die Gegenwart fortschreiben. Was sie plausibel machen, ist die Richtung: Ein tief eingeschnittenes Flusstal mit ausgeprägter Nebelneigung im Winterhalbjahr kommt trotz milder Temperaturen kaum über den bundesweiten Sonnenschnitt hinaus. Genau deshalb ist das Wolkenradar hier das aussagekräftigere Instrument — es zeigt die tatsächliche Bewölkung über der Stadt, statt sie aus einem Flächenmittel oder einer alten Reihe abzuleiten.
Regen in Trier
So oft und so viel regnet es in Trier:
Aus 39 ausgewerteten Jahren ergibt sich ein Mittel von 758,61 Millimetern gegenüber 788,12 Millimetern im deutschen Durchschnitt derselben Jahre — ein Rückstand von nur 29,52 Millimetern oder 3,7 Prozent. Trier ist damit im Niederschlag eine ausgesprochen durchschnittliche Stadt, was angesichts der Wärmegunst und der Weinbautradition zunächst überrascht. Erklärbar ist es mit der westlichen Randlage: Anders als die Flusstäler weiter im Landesinneren, die im Regenschatten mehrerer Mittelgebirge liegen, bekommt das Moseltal bei Trier den atlantischen Einfluss noch weitgehend ungebremst ab. Die Spannweite der Einzeljahre ist entsprechend groß und reicht von 522,1 Millimetern im trockenen Jahr 1976 bis zu 1.058,0 Millimetern im nassen Jahr 1981, also etwa das Doppelte. Über die Zeit hat sich wenig verschoben: Bis 1998 lagen die Jahresmengen im Mittel bei 772,0 Millimetern, seit 2015 bei 745,3 — der Bundeswert fiel im selben Vergleich von 796,1 auf 771,6 und damit fast im Gleichschritt. Zur Einordnung der Datengrundlage: In den Achsenbeschriftungen fehlen die Jahre 1999 bis 2008 sowie 2025 vollständig, für 2020 liegt kein Messwert vor. Für die Beobachtung im Regenradar bedeutet ein durchschnittliches Grundniveau vor allem, dass die zeitliche Verteilung wichtiger ist als die Jahressumme.
Gewitter und Blitze in Trier
So oft blitzt und donnert es in Trier:
Über die Jahre 2015 bis 2025 kommt Trier auf eine mittlere Blitzdichte von 0,42 Einschlägen pro Quadratkilometer gegenüber 0,64 im bundesweiten Mittel — ein Faktor von 0,66. Die Streuung ist erheblich und reicht von nur 13 registrierten Einschlägen im ausgesprochen ruhigen Jahr 2020 (0,11 pro Quadratkilometer) bis zu 106 Einschlägen im aktivsten Jahr 2018 (0,87 pro Quadratkilometer), ein Verhältnis von etwa 1:8. Rechnet man 2018 heraus, sinkt die mittlere Dichte auf 0,38 pro Quadratkilometer und der Faktor auf 0,59 — die Einordnung als unterdurchschnittlich blitzaktiver Standort bleibt also in jedem Fall bestehen und verstärkt sich sogar. Besonders aufschlussreich ist das Jahr 2021: Während Deutschland mit 0,87 pro Quadratkilometer den höchsten Wert der gesamten Reihe erreichte, kam Trier auf lediglich 0,20 — die deutlichste Gegenläufigkeit der Reihe. Umgekehrt lag Trier 2025 mit 0,42 über dem bundesweiten Wert von 0,28. Solche Abweichungen sind typisch für konvektive Ereignisse: Entscheidend ist, ob eine Gewitterlinie das Moseltal trifft oder nördlich beziehungsweise südlich über die Höhen zieht — nicht, wie aktiv der Sommer bundesweit war. Für Beobachter heißt das, dass sich der Blick ins Gewitterradar gerade an schwülen Nachmittagen lohnt, wenn über den Höhen im Westen die ersten Zellen entstehen.
Temperaturen in Trier
So warm und kalt ist es in Trier:
In 39 Jahren ergibt sich für Trier ein Mittel von 10,63 °C gegenüber 9,06 °C im deutschen Durchschnitt derselben Jahre — ein Überschuss von 1,57 Grad. Die einzelnen Jahre reichen von 9,0 °C im kühlen Jahr 1985 bis zu 12,3 °C, die zweimal erreicht wurden, 2022 und 2023. Der Vergleich der Zeitabschnitte zeigt die Erwärmung deutlich: Bis 1998 lag Trier im Mittel bei 10,21 °C, seit 2015 bei 11,58 °C. Der bundesweite Mittelwert stieg im selben Vergleich von 8,57 auf 10,15 °C und damit etwas stärker — der Trierer Vorsprung ist also alt und stabil, keine Folge der jüngeren Entwicklung. Zur Einordnung der Datengrundlage ist eine Besonderheit zu nennen: Die DWD-Reihe hat eine große Lücke. In den Achsenbeschriftungen fehlen die Jahre 1999 bis 2008 vollständig, außerdem liegen für 1996 und für 2025 keine Werte vor. Weil der Bundesvergleich ausschließlich gegen exakt dieselben Jahre gerechnet ist, bleibt die Aussage tragfähig; was fehlt, ist die lückenlose Verlaufskurve. Verantwortlich für das milde Niveau sind die geschützte Talweite zwischen Eifel und Hunsrück, die nach Südwesten offene Ausrichtung und der Wärmeinseleffekt der Innenstadt. Das Wetterradar zeigt, wie sich dieses Talklima von Tag zu Tag ausprägt.




