Gewitterlexikon – Alles zu Blitz und Donner sowie wichtige hinweise zur sicherheit!

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Gewitterlexikon – Alles zu Blitz und Donner sowie wichtige hinweise zur sicherheit!

Gewitter entstehen schneller, als viele Menschen denken – und können genauso schnell gefährlich werden. Während die meisten von uns Gewitter einfach beobachten, gibt es einige wichtige Dinge zu verstehen: Wie entsteht ein Blitz eigentlich? Wie funktioniert die elektrische Aufladung in einer Gewitterwolke? Wo sind Sie wirklich sicher? Und was sollten Sie tun, wenn Sie von einem Gewitter überrascht werden? Dieser Artikel kombiniert die Physik hinter Gewittern mit praktischen Tipps für Alltags-Szenarien und beantwortet die Fragen, die sich die meisten Menschen bei Gewitter stellen!

Wie entstehen Gewitter?

Warme Luft ist leichter als kalte Luft – darum steigt sie nach oben (wie bei einem Heißluftballon). Die Sonne heizt die Erde auf, die Luft über der Erde wird warm und steigt auf. Mit jedem Kilometer Höhe wird es kälter.

Je höher die warme Luft steigt, desto mehr kühlt sie ab. Das Wasser in der Luft verwandelt sich in winzige Tröpfchen – das ist eine Wolke. Hier passiert etwas Wichtiges: Wenn Wasser zu Tröpfchen wird, gibt es Wärme ab. Diese Wärme heizt die Luft wieder auf – ähnlich wie wenn man in der Kälte mit den Armen winkt und warm wird. Dadurch steigt die Luft noch höher und die Wolke wird immer größer.

In dieser riesigen Wolke passiert jetzt „Wildes“: Die Wassertröpfchen und Eiskristalle stoßen überall zusammen. Diese Reibung erzeugt elektrische Ladung – wie wenn man über einen Teppich läuft und dann einen Schlag bekommt, nur viel stärker. Diese Ladung muss sich irgendwann entladen – das ist der Blitz. Der Blitz ist dabei so heiß (30.000 Grad!), dass er die Luft um ihn herum explosionsartig ausdehnt. Diese Explosion ist der Donner, den wir hören.

ARTEN Von Gewittern

Es gibt verschiedene Arten, wie Gewitter entstehen:

Wärmegewitter

Das ist das häufigste Gewitter. An heißen Tagen heizt die Sonne die Erde auf. Die warme Luft steigt auf und bildet Wolken in Form eines Amboss. Diese Gewitter entstehen am Nachmittag durch Hitze. Sie dauern etwa eine Stunde.

Frontgewitter

Wenn kalte Luftmassen von Norden kommen und warme Luft nach oben drücken, entstehen Frontgewitter. Diese sind oft sehr lang und kräftig. Sie erstrecken sich über große Gebiete – manchmal über 100 Kilometer.

Berggewitter

Wenn Wind über Berge bläst und die Luft nach oben gezwungen wird, entstehen Berggewitter. Das ist in den Alpen sehr häufig. Deshalb gibt es in Bayern und Österreich so viele Gewitter.

Wie laden sich Gewitterwolken elektrisch auf?

In der Wolke herrscht Chaos. Wassertröpfchen und Eiskristalle rasen mit über 100 km/h aufwärts und abwärts. Sie stoßen überall zusammen. Bei jedem Stoß passiert etwas wie beim Reiben eines Ballons: Es entsteht elektrische Ladung.

Die leichten Wassertröpfchen werden nach oben gedrückt (sie sind positiv geladen). Die schweren Eiskristalle fallen nach unten (sie sind negativ geladen). So entsteht in der Wolke eine Art riesige Batterie: Oben plus, unten minus.

Diese Ladung wächst und wächst. Irgendwann wird die Spannung so groß, dass die Luft nicht mehr halten kann – dann kommt es zum Blitz. Der Blitz entlädt die Batterie wie ein großer Stromschlag.

Wie funktioniert ein Blitz?

Ein Blitz läuft blitzschnell ab – alles passiert in einer Bruchsekunde.

Das, was wir sehen, ist extrem heiß – etwa 30.000 Grad. Das ist heißer als die Oberfläche der Sonne! Diese Hitze macht die Luft so hell, dass wir den Blitz sehen.

Oft sind es nicht einfach ein einzelner Blitz. Es können mehrere Blitze hintereinander im selben Kanal sein – das nennt man Folgeblitze. Das ist der Grund, warum ein Blitz manchmal flackert. Das alles passiert in weniger als einer Sekunde.

Doch nicht jeder Blitz ist gleich: Es gibt verschiedene Arten von Blitzen, die wir uns nun mal genauer ansehen werden.

Arten von Blitzen

Nach Richtung: Von oben oder von unten

Die meisten Blitze gehen von der Wolke zur Erde (Abwärtsblitze). Bei hohen Gebäuden oder Bergen kann es anders sein – dann geht der Blitz von unten nach oben (Aufwärtsblitze). Das sieht man an den Verzweigungen: oben gerichtete Äste = Aufwärtsblitz, nach unten gerichtete Äste = Abwärtsblitz.

Nach Art der Ladung: Positiv und Negativ

90 Prozent der Blitze sind negativ – sie bringen negative Ladung zur Erde. 10 Prozent sind positiv – sie bringen positive Ladung zur Erde. Positive Blitze sind gefährlicher und stärker, aber man sieht es ihnen optisch nicht an.

Blitze zwischen Wolken

Viele Blitze gehen nicht zur Erde, sondern von einer Wolke zur anderen Wolke. Diese sieht man nicht so gut, weil die Wolke im Weg ist. Und diese Blitze machen fast 2/3 aller Blitze aus! Nur etwa 35% aller Blitze schlagen wirklich von der Wolke im Boden ein oder umgekehrt, wie wir bereits gelernt haben.

Wie stark und wie schnell ist ein Blitz?

Ein Blitz kann sehr unterschiedlich stark sein. Der Durchschnitt ist etwa 20.000 bis 30.000 Ampere (Ampere ist ein Maß für Stromstärke). Manche sind schwächer, manche sind stärker – bis zu 300.000 Ampere.

Ein Blitz dauert nur Bruchteile einer Sekunde – schneller, als wir blinzeln können. Trotzdem richtet er massive Schäden an, weil die Energie in so kurzer Zeit freigegeben wird.

Der längste jemals gemessene Blitz war 140 Kilometer lang! Das zeigt: Blitze können von sehr weit weg kommen. Deshalb müssen Sie sich in Sicherheit bringen, bevor das Gewitter näher kommt.

Woher kommt der Donner?

Der Blitz ist extrem heiß – 30.000 Grad. Diese Hitze heizt die Luft um den Blitz herum so schnell auf, dass sie explodiert. Diese Explosion ist der Donner – einfach Luft, die sich explosiv ausdehnt.

Der Donner reist mit 330 Metern pro Sekunde zu uns. Das ist langsamer als Licht. Deshalb sehen wir den Blitz zuerst und hören den Donner ein paar Sekunden später. Je ferner der Blitz, desto länger der Abstand zwischen Blitz und Donner.

Das Donnergrollen – das lange Rumpeln – entsteht, weil der Blitz lang ist und oben und unten verschiedene Abstände vom Beobachter haben. Die Schallwelle kommt deshalb in mehreren Wellen an.

Die 330-Meter-Regel zur Entfernungsmessung

Mit einer einfachen Regel können Sie die Entfernung berechnen:

Zählen Sie die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teilen Sie durch 3 – das Ergebnis ist die Entfernung in Kilometern.

Beispiel: Es vergehen 12 Sekunden zwischen Blitz und Donner – 12 geteilt durch 3 ergibt 4 – das Gewitter befindet sich in 4 Kilometern Entfernung.

Alternativ können Sie auch die Sekunden mit 330 Metern multiplizieren: Bei 6 Sekunden Verzögerung ist das Gewitter etwa 2 Kilometer entfernt (6 × 330 m = 1.980 m ≈ 2 km).

Besondere Phänomene

Es gibt verschiedene Arten, wie Gewitter entstehen:

WETTERLEUCHTEN

Wetterleuchten ist ein Begriff für die Erscheinungen, wenn Gewitter aus größerer Entfernung beobachtet werden. Im Vergleich zum Donner, der in der Regel nur bis zu Entfernungen von 10 bis 20 km zu hören ist, können Blitze vor allem bei Nacht auf Distanzen von bis zu 100 km beobachtet werden. Die Blitze innerhalb der Gewitterwolke führen oftmals zu einem großflächigen Aufleuchten des gesamten Wolkenturmes, ohne dass der schmale Blitzkanal selbst erkennbar wäre. Das ist das Wetterleuchten – ein faszinierendes Naturphänomen.

Blitzradar

Ungerade Blitze

Blitze folgen dem Weg des geringsten Widerstands durch die Luft. Die Luft ist aber überall unterschiedlich – manche Stellen leiten Strom besser, manche schlechter. Deshalb nimmt der Blitz Umwege wie ein Fluss, der um Steine fließt. Das ist der Grund für die Zickzack-Form.

Blitzeinschlag über dem Nürnberger Süden! Aufgenommen von Nico Märzhäuser.

Blitze ohne donner?

Theoretisch: Ja, wenn der Blitz sehr schwach ist oder sehr weit weg. Aber in der Praxis hört man bei jedem Blitz in der Nähe einen Donner. Wenn ein Blitz keinen Donner macht, ist er wahrscheinlich sehr weit weg (mehr als 20 Kilometer) oder extrem schwach.

Blitze ohne Gewitter?

Theoretisch: Ja, wenn der Blitz sehr schwach ist oder sehr weit weg. Aber in der Praxis hört man bei jedem Blitz in der Nähe einen Donner. Wenn ein Blitz keinen Donner macht, ist er wahrscheinlich sehr weit weg (mehr als 20 Kilometer) oder extrem schwach.

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Sprites, Jets und Elves – Blitze in der Höhe

Es gibt noch seltene Phänomene, die wie Blitze aussehen, aber ganz oben in der Atmosphäre stattfinden – viel höher als normale Blitze. Sie heißen Sprites, Jets und Elves.

Was sind sie? Das sind elektrische Entladungen, die von starken Blitzen nach oben in Richtung Weltraum schießen. Normale Blitze gehen nach unten zur Erde – diese gehen nach oben.

Wie sehen sie aus? Sprites sehen aus wie rote, verzweigte Blitze am Himmel (manchmal nennt man sie „Himmelsblitze“). Sie sind eher schwach und man sieht sie nur bei Nacht. Jets sind grün und gehen wie Düsenstrahlen nach oben.

Wie oft passiert das? Sehr selten. Sprites und Jets entstehen nur bei besonders starken Gewittern – und auch dann nur ab und zu. Die meisten Menschen sehen sie ihr Leben lang nicht.

Wie viele Blitze gibt es weltweit?

Weltweit schlagen jede Sekunde etwa 40 bis 50 Blitze ein. Das sind Millionen pro Tag! Die meisten Gewitter entstehen in tropischen Gegenden, dort wo es heiß und feucht ist.

In Deutschland ist der Süden viel blitzreicher als der Norden. In Bayern, Baden-Württemberg und Österreich blitzt es viel häufiger – das liegt an den Alpen. Sie zwingen warme Luft nach oben und erzeugen mehr Gewitter. Der Norden (Bremen, Schleswig-Holstein) hat deutlich weniger Blitze.

Kann man Energie aus Blitzen nutzen?

Das klingt verlockend, aber die Antwort ist: Nein, das funktioniert nicht praktisch. Ein Blitz hat viel Energie, aber das Problem ist: Diese Energie wird in Bruchteilen einer Sekunde freigesetzt. Die meiste Energie wird dabei zu Hitze und Licht, die man nicht nutzen kann. Es bleibt wenig übrig.
Außerdem: Ein Blitz kommt unerwartet und zufällig. Man kann nicht planen, wann und wo er einschlägt. Um Blitze zu „ernten“, müsste man überall Türme bauen – das ist teuer und funktioniert nicht.

Sicherheit im Freien – Die wichtigsten Regeln!

Wenn Sie von einem Gewitter überrascht werden und nicht ins Haus können, müssen Sie schnell richtig reagieren. Im Freien gibt es keine perfekte Sicherheit, aber Sie können Ihr Risiko drastisch senken.

Nicht unter Bäumen stehen

Die erste Regel ist einfach: Nicht unter Bäumen stehen. Das klingt offensichtlich, aber viele Menschen unterschätzen die Gefahr. Blitze treffen bevorzugt die höchsten Punkte ihrer Umgebung, und ein isoliert stehender Baum ist genau das. Der Blitz kann direkt in den Baum einschlagen, oder der Strom springt seitlich vom Baum zu Ihnen über. Besonders gefährlich sind einzeln stehende Eichen, Fichten oder Tannen. Im dichten Wald ist das Risiko deutlich geringer, weil Blitzeinschläge sich auf viele Bäume verteilen und die Schrittspannung Sie in der Waldtiefe nicht mehr erreicht.

Offene Flächen vermeiden

Offene Flächen sind ebenfalls riskant – Wiesen, Felder, Strände. Sie sind der höchste Punkt weit und breit. Wenn möglich, sollten Sie schnell zu einem Gebäude oder dichtem Wald laufen.

Die Notfall-Hocke-Position

Wenn das nicht möglich ist, gibt es eine Notfall-Haltung: Kauern Sie sich hin – Knie gebeugt, Füße zusammen, Arme auf den Knien. Bleiben Sie dabei am besten auf Ihren Zehenspitzen. Das minimiert Ihre Kontaktfläche mit dem Boden. Dieses Verfahren ist nicht perfekt sicher, aber deutlich besser als flach auf dem Boden zu liegen.

Warum die geschlossenen Beine?

Es gibt zwei Gründe:

Grund 1: Sie sind dann nicht der höchste Punkt. Der Blitz schlägt fast immer in das Höchste ein. Wenn Sie hocken, sind Büsche und kleine Hügel höher als Sie.

Grund 2 – Die Schrittspannung: Wenn der Blitz neben Ihnen einschlägt, breitet sich der Strom in der Erde aus – wie Wellen im Wasser. Der Strom fließt von dort, wo er eingeschlagen ist, nach außen. Stellen Sie sich vor: Ihr linker Fuß ist näher am Blitzeinschlag (starker Strom), Ihr rechter Fuß ist weiter weg (schwacher Strom). Der Strom sucht sich den Weg vom starken zum schwachen Punkt – also durch Ihre Beine und Ihren Körper. Das ist gefährlich. Aber mit geschlossenen Beinen und auf den Zehenspitzen: Beide Füße sind auf der gleichen Höhe und gleich nah/fern vom Blitzeinschlag. Der Strom hat keinen Grund, durch Ihren Körper zu fließen. Er bleibt in der Erde.

Berge sind besonders gefährlich

Berge sind besonders gefährlich. Bergsteiger und Wanderer sind exponiert – ein Gipfel ist buchstäblich der höchste Punkt. In den Alpen entstehen täglich im Sommer Nachmittags-Gewitter. Wenn Sie ein Gewitter kommen sehen, sollten Sie sofort mit dem Abstieg beginnen, nicht erst versuchen, den Gipfel zu erreichen. Metallische Ausrüstung – Eispickel, Karabiner – verstärkt das Risiko noch, da sie als Blitzableiter wirken.

Wasser ist eine separate Kategorie der Gefahr

Wasser leitet Strom perfekt, und ein Blitzschlag ins Wasser verteilt sich als Schockwelle. Jeder im Wasser oder in der Nähe kann getroffen werden, nicht nur die Person an der Einschlagstelle. Das bedeutet: Sofort aus dem Wasser raus, wenn Gewitter droht. Das gilt für Seen, Flüsse, Meere und auch Schwimmbäder.

Sicherheit im Auto

Das Auto ist ein guter Schutz. Die Metallkarosserie leitet den Blitzstrom einfach um Sie herum – Sie sitzen darin wie in einem Schutzpanzer.

Was zu beachten ist:

– Fenster schließen
– Nicht mit Metalltürklinken oder dem Lenkrad spielen
– Nicht telefonieren
– Radio oder die Elektronik können beschädigt werden

Nicht sichere Fahrzeuge

Cabrios, Motorräder und Fahrräder sind NICHT sicher – Sie sitzen oben und sind dem Blitz ausgesetzt. Bei Gewitter: Fahrzeug stehen lassen und zu einem Haus gehen.

Sicherheit im Haus

Im Haus sind Sie am sichersten. Moderne Häuser haben Blitzableiter. Der Strom wird vom Dach direkt in die Erde geleitet – nicht durch Sie.

Aber es gibt Regeln:

– Nicht duschen oder baden
– Nicht telefonieren mit Festnetz (Handy ist okay)
– keine Metallgegenstände anfassen
– Fernseh- und Computer-Geräte ausstecken

Warum? Der Strom kann durch Wasserleitungen und Kabel fließen. Das ist selten, aber möglich. Wer möchte, kann in der Hausinstallation einen Überspannungsschutz einbauen. Das ist eine kleine Vorrichtung, die Ihre Elektronik vor Überspannungen schützt. Das lohnt sich, wenn Sie teure Geräte haben.

Blitzschutzanlagen: Wie funktionieren sie?

Eine Blitzschutzanlage ist einfach: Sie gibt dem Blitz einen sicheren Weg.

Das Prinzip: Metallstangen auf dem Dach fangen den Blitz. Diese Stangen sind mit dicken Metallkabeln verbunden, die direkt in die Erde führen. Der Blitzstrom fließt diese Kabel hinunter – nicht durch das Haus, nicht durch die Elektrik, nicht durch Wasser- oder Gasleitungen.

Ohne Blitzschutz würde der Blitz überall suchen, wo er fließen kann: durchs Stromnetz, durch Wasserleitungen, durchs Haus. Das kann Brände und schwere Schäden am Haus und deren Bewohner verursachen.

Mit Blitzschutz: Der Blitz kommt, geht die Metallstangen runter, und das war’s. Das Haus bleibt heil.

Das Rätsel der Kugelblitze

Kugelblitze sind extrem selten. Menschen berichten manchmal, dass sie eine glühende Kugel gesehen haben – etwa so groß wie ein Fußball – die über dem Boden schwebt und Funken sprüht.

Aber: Niemand weiß wirklich, was Kugelblitze sind. Die Berichte widersprechen sich oft. Manche sagen, der Kugelblitz ging durchs Fenster ohne es zu beschädigen. Andere sagen, er verursachte Brände.

Wissenschaftler vermuten, dass es mehrere verschiedene Phänomene gibt, die alle „Kugelblitz“ genannt werden.

Fazit: Ein echter Kugelblitz-Sighting ist extrem selten. Wenn Sie denken, einen gesehen zu haben, haben Sie wahrscheinlich etwas anderes gesehen. Das soll aber nicht bedeuten, dass es sich bei Kugelblitzen um pure Eingebung handelt, wie das folgende Video zeigt.

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Erste Hilfe bei Blitzschlag

Wichtig: Eigenschutz geht vor! Bevor Sie helfen, stellen Sie sicher, dass Sie selbst nicht in Gefahr sind. Erst wenn Sie selbst sicher sind und das Gewitter nicht mehr in unmittelbarer Nähe ist, können Sie helfen!

Gute Nachricht: Sie können die verletzte Person bedenkenlos anfassen. Der Blitzstrom ist nach dem Blitz weg – er dauert nur Bruchteile einer Sekunde. Sie bekommen keinen Stromschlag, wenn Sie die Person berühren.

Was Sie tun:
Notarzt anrufen (112) – Das ist der erste Schritt.
Prüfen Sie, ob die Person atmet.
Wenn nicht: Herzdruckmassage starten. Drücken Sie fest auf die Brustmitte – mindestens 5 Zentimeter tief, schnell, im Rhythmus von 100–120 Kompressionen pro Minute. Nach 30 Kompressionen folgen 2 Beatmungen.

Das Wichtigste: Nicht aufgeben. Blitzopfer können nach 30+ Minuten Reanimation noch wiederbelebt werden – anders als bei anderen Herzstillständen. Notärzte wissen das und reanimieren länger.

Wenn die Person bewusst ist: Bedecken Sie Verbrennungen mit sauberen Wundauflagen (nicht mit Eis), halten Sie sie warm und beruhigen Sie sie. Blitzschlag ist traumatisch und verstört Menschen.

Praktische Alltagstipps

Für Sport: Bei Gewitterwarnung sollten Sie Spielfelder sofort verlassen. Flutlichter sind nicht sicherer – sie können selbst getroffen werden. Golf ist besonders gefährlich, weil lange Metallschläger wie Blitzableiter wirken können.

Für Camping: Zelte bieten keinen Blitzschutz. Wenn Gewitter kommt, zum Gemeinschaftsgebäude oder zur Rezeption gehen.

Für Picknicks: Metallgrill wegräumen, Grill auslöschen, zum nächsten Gebäude gehen.

Die grundlegende Strategie für alle Situationen ist immer gleich: Früh erkennen, schnell reagieren, ins Haus gehen. Mit etwas Aufmerksamkeit und diesen Grundregeln minimieren Sie Ihr Gewitterrisiko erheblich.

weitere Häufig gestellte Fragen

Ist es wahr, dass Blitze nicht zweimal einschlagen?

Das ist ein Mythos. Blitze können denselben Ort mehrfach treffen. Der Eiffelturm wird etwa 300 Mal pro Jahr getroffen. Wenn ein Ort von einem Blitz getroffen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er erneut getroffen wird, nicht geringer als zuvor.

Schützen Gummisohlen vor Blitz?

Nein. Bei den extrem hohen Spannungen eines Blitzes ist Gummi kein Isolator. Die Spannung ist zu groß, um durch Gummi blockiert zu werden.

Ist ein Handytelefon bei Gewitter gefährlich?

Moderne Smartphones sind abgeschirmt und relativ sicher. Kabelgebundene Festnetztelefone sind riskanter, da die Telefonleitungen direkt in die Elektronik führen. Mobiltelefonieren ist deutlich sicherer.

Kann ich beim Gewitter duschen?

Besser nicht. Der Blitzstrom kann durch Wasserleitungen fließen, obwohl das sehr selten ist. Das Risiko ist klein, aber warum es eingehen?

Stimmt das Sprichwort „Eichen sollst du meiden, Fichten sollst du suchen“?

Nein, das ist einer der gefährlichsten Mythen! Dieses alte Sprichwort ist falsch. Sie sollten unter KEINEM Baum stehen – weder unter Eichen noch unter Fichten. Eichen werden zwar besonders oft getroffen (weil sie Wasser speichern), aber Fichten bieten keinen besseren Schutz. Der beste Schutz ist: gar kein Baum. Im dichten Wald (wo Sie von vielen Bäumen umgeben sind) ist es besser, weil die Blitze sich auf viele Bäume verteilen.

Also sind bäume nicht sicher bei einem gewitter?

Absolut nicht! Sie sollten sich unter keinen Umständen in der Nähe eines Baumes befinden. Etwas anders ist es in einem Wald: Da sich dort viele Bäume befinden, macht es hier am meisten Sinn, dass sie innerhalb des Waldes ausreichend Abstand zu den Bäumen haben und dann die Schutzhaltung einzunehmen. Selbst wenn der Blitz dann ausgerechnet in einen der Bäume neben Ihnen einschlägt, haben Sie dennoch hohe Überlebenschancen.

Fazit – Vorsicht statt nachsicht!

Gewitter sind kraftvolle Naturereignisse, aber mit dem richtigen Wissen können Sie sich gut schützen. Die Grundregel ist einfach: ins Haus gehen, wenn man Donner hört – und bevor der Blitz kommt. Im Freien: weg von Bäumen und offenen Flächen, nicht ins Wasser, im Auto relativ sicher. Mit diesen Grundlagen sind Sie gut gerüstet.

Die meisten Unfälle entstehen durch Unterschätzung der Gefahr oder durch mangelnde Vorbereitung. Mit Aufmerksamkeit, den richtigen Regeln und schnellem Handeln können Sie Gewitterrisiken auf ein Minimum reduzieren. Es geht nicht darum, immer den oder die Mutige zu spielen. Dem Gewitter und seinen Blitzen ist das herzlich egal.

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