Gewitterradar Weimar
Nördlich von Weimar erhebt sich der Ettersberg auf 482 Meter und damit rund 270 Meter über die Stadt — ein einzelner, bewaldeter Rücken mitten in einer sonst offenen Landschaft. Für Gewitter ist so etwas ein Geschenk: An einem schwülen Sommernachmittag steigt die Luft an seinen Flanken auf, und was ihr im flachen Becken an Anstoß fehlt, bekommt sie hier auf wenigen Kilometern. Zellen, die anderswo über der Ebene nicht zünden, können über diesem Rücken entstehen und anschließend über die Stadt hinwegziehen. Beweisen lässt sich der Zusammenhang aus Jahressummen nicht, aber er passt zu dem, was die Zahlen zeigen. Ob eine Zelle tatsächlich über dem Ettersberg aufgeht oder ob der Nachmittag ereignislos bleibt, ist im Gewitterradar für Thüringen Stunde für Stunde zu verfolgen.
Beobachten lässt sich das gut. Vom Stadtrand aus liegt der Rücken frei im Blick, und die Bewölkung über ihm verrät früh, was der Nachmittag bringt; nach Süden und Westen reicht die Sicht über die offene Talung, aus deren Richtung die organisierten Linien heranziehen. Wie hoch die Wolkentürme über dem Ettersberg schon am Vormittag stehen, ist im Wolkenradar abzulesen, und ob die Luftmasse überhaupt für Gewitter taugt oder eher für ruhiges Hochdruckwetter, entscheidet sich im Wetterradar. Erfurt hat keinen vergleichbaren Rücken vor der Tür — dort, gut 20 Kilometer westlich, zieht sich das Land flach hin.
Gewitterradar Weimar
Das Gewitterradar zeigt Ihnen aktuelle Gewitter auf einer Karte. Die Stärke der Gewitter wird durch Farben angezeigt, die auf der Niederschlagsintensität basieren.
Schwache Gewitter:
🔵 Blau & 🟢 Grün = schwacher Niederschlag
Mäßige Gewitter:
🟡 Gelb & 🟠 Orange = mäßiger Niederschlag
Starke Gewitter (Unwetterrisiko):
🔴 Rot & 🟣 Violett = sehr starker Niederschlag – Vorsicht ist geboten!
Blitzeinschläge:
Auf der Karte sehen Sie kleine ⚡ Blitz-Symbole, die einzelne Blitzeinschläge in Echtzeit anzeigen. Sie erscheinen als kurzes, weißes Aufblitzen.
Zeitlicher Verlauf verfolgen:
Klicken Sie auf das Cursor-Symbol in der Kartenleiste, um den zeitlichen Verlauf der letzten Stunden und Minuten zu sehen. So erkennen Sie die Zugrichtung und können abschätzen, wohin das Gewitter weiter zieht.
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Blitzradar Weimar
Das Blitzradar zeigt Ihnen die aktuellen Blitzeinschläge auf einer Karte. Die Farben kennzeichnen das Alter der erfassten Blitze.
Aktuelle Blitze:
⚪ = Blitze der letzten 20 Minuten (aktuell)
Ältere Blitze:
🟠 Orange & Rot = Blitze vor 20–80 Minuten
🔴 Dunkelrot = Blitze vor 1–2 Stunden
Reine Blitzaktivität:
Im Gegensatz zum Gewitterradar zeigt das Blitzradar nur die Blitzeinschläge selbst – nicht die Niederschlagsmenge. So sehen Sie exakt, wo die elektrische Aktivität am höchsten ist.
Tipp:
Nutzen Sie Gewitterradar und Blitzradar zusammen – das Gewitterradar zeigt die Niederschläge, das Blitzradar die Blitzaktivität. Beide zusammen geben Ihnen ein optimales Bild der aktuellen Gewittersituation.
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So oft blitzt und donnert es in Weimar:
0,643 Einschläge je Quadratkilometer über elf Jahre, 0,635 im Bundesmittel derselben Zeit: Weimar trifft den deutschen Wert mit einem Faktor von 1,01 praktisch punktgenau. Auch die Jahresbilanz ist ausgeglichen — sechs Jahrgänge über dem Bundeswert, fünf darunter. Für einen Standort im Binnenland, weit weg von jedem Mittelgebirgskamm, ist das eine ungewöhnliche Bilanz, und der Ettersberg als örtlicher Auslöser ist die naheliegende Erklärung dafür. Getragen wird der Wert allerdings spürbar von zwei Jahrgängen, und die sind unterschiedlich zu bewerten. Für 2017 weist ALDIS 136 Entladungen aus, also 1,48 je Quadratkilometer — mehr als doppelt so viel wie der Bund mit 0,69 — und weil dieser Bundeswert im Mittelfeld des Fensters lag, war das ein rein örtliches Ereignis. Der Jahrgang 2015 kam auf 112 Entladungen, was 1,22 je Quadratkilometer entspricht — der Bund lag bei 0,89; hier war das ganze Land aktiv, der Ausschlag also nur zum Teil eine Weimarer Angelegenheit. Lässt man 2017 weg, fällt der Faktor auf 0,89; lässt man beide weg, auf 0,81. Entsprechend weit liegen die beiden Reihenhälften auseinander: In den Jahren bis 2019 verhalten sich 0,960 zu 0,730, ab 2020 dann 0,378 zu 0,555 — in Faktoren ausgedrückt 1,32 und 0,68. Weil auch die deutsche Seite zwischen beiden Hälften nachgegeben hat und sechs Jahrgänge kurz sind, trägt dieser Unterschied keine Aussage über eine Entwicklung. Am ruhigsten blieb 2022, mit 15 Entladungen und 0,16 je Quadratkilometer. Die Angaben gelten für das Stadtgebiet; die Rückrechnung ergibt rund 92 Quadratkilometer, Weimar selbst misst 84,48.



