Wetterradar Gera
Gera liegt im weiten Tal der Weißen Elster, dort wo das Ostthüringische Hügelland an das Vogtland stößt. Der Marktplatz steht auf 194 Metern, das Stadtgebiet reicht von 180 bis 354 Meter hinauf — ein sanfter Übergang also, ganz ohne die engen Talkessel weiter westlich, und mit einer Talsohle, die breit genug ist, dass Wind hindurchziehen kann statt sich zu stauen. Für die Temperatur folgt daraus etwas Ungewöhnliches: Kein einzelner Geländefaktor drückt die Jahreswerte in eine bestimmte Richtung. Was hier ankommt, ist im Wesentlichen das, was Kontinentalität und Höhenlage aus einer Luftmasse machen, die den halben Weg über Mitteleuropa hinter sich hat. Wie eine solche Masse von Westen quer über das Land bis an die sächsische Grenze zieht, führt das Wetterradar für Thüringen auf einen Blick vor.
Die Stadt hat ihre Blütezeit zweimal erlebt, und beide Male ging es um Stoff und Geld. Von 1848 bis 1918 war Gera Hauptstadt des Fürstentums Reuß jüngerer Linie, dessen Herrscherhaus hier seit der Erhebung in den Reichsgrafenstand 1673 residierte; parallel dazu wuchs die Textilindustrie, für die 1836 der erste mechanische Webstuhl in Betrieb ging. Nach 1952 war Gera Bezirkshauptstadt, und im Umland förderte die Wismut jahrzehntelang Uran. Wie viel Wasser über dieser Industrielandschaft niedergeht, beziffert das Regenradar; wie häufig sich die Decke darüber öffnet, hält das Wolkenradar fest. Rund 35 Kilometer westlich, wo sich das Tal der Saale zwischen die Muschelkalkhänge zwängt, beginnt eine ganz andere Geländesituation — die von Jena.
aktuelles Wetterradar Gera
Das Wetterradar von wetteronline.de zeigt Ihnen aktuelle Niederschläge und Gewitter auf einer Karte. Die Stärke der Niederschläge wird durch Farben angezeigt, die auf der Niederschlagsintensität basieren:
Schwache Niederschläge:
Hellblaue Färbung
Mäßige Niederschläge:
Dunkelblaue Färbung
Starke Niederschläge
Dunkelviolette Färbung
Sehr starke Niederschläge (Hagel): Hellviolette Färbung
Blitzeinschläge:
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Je größer diese gelben Kreise sind, umso mehr Blitzeinschläge haben Sie in diesem Gebiet.
Orangene Kreise stellen außerordenlich viele Blitzeinschläge in einem kleinen Gebiet dar.
Aktuelle Blitzeinschläge werden durch gelbe Kreise mit roten Umrandungen dargestellt.
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Wie ist das Wetter in Gera?
Sonnenschein in Gera
So oft scheint in Gera die Sonne:
In 39 der 49 ausgewerteten Jahrgänge lag Gera über der deutschen Vergleichslinie. Im Mittel stehen 1.677,96 Sonnenstunden gegen 1.628,80 bundesweit — 49,16 Stunden mehr, 3,0 Prozent. Der Überschuss ist allerdings kein fester Besitz, sondern schmilzt: 4,9 Prozent bis 1987, danach 5,2 Prozent, im dritten Block 2,3 Prozent — und ab 2014 stehen 1.759 Stunden gegen 1.763 im Bund, also 0,2 Prozent im Minus. Dazu passt die Verteilung der schwachen Jahre: Von den zehn Jahrgängen unterhalb der Vergleichslinie liegen acht in der Zeit ab 2009. Ein Rückgang steckt nicht dahinter, im Gegenteil — im jüngsten Abschnitt sind es 1.759 Stunden gegenüber 1.580 zu Reihenbeginn, Gera bekommt heute also mehr Sonne als vor fünfzig Jahren. Aufgeholt hat schlicht der Rest des Landes, und zwar schneller. Am trübsten war 1977 mit 1.372,1 Stunden, am hellsten 2003 mit 2.091,2. Nicht besetzt sind 1991 und 2025; die übrigen 49 Jahrgänge tragen die Auswertung, und der Bundeswert ist über exakt dieselben gebildet.
Regen in Gera
So oft und so viel regnet es in Gera:
Zweimal in 51 Jahren hat Gera den Bundeswert übertroffen — 1976 und 1981 — und beide Male liegt das über vier Jahrzehnte zurück. In allen übrigen 49 Jahrgängen blieb die Stadt darunter, im Mittel mit 609,82 gegen 792,35 Millimetern, also 182,52 Millimetern oder 23,0 Prozent Rückstand. Bemerkenswert ist, dass dieser Rückstand nicht konstant war, sondern gewachsen ist: Der erste Abschnitt bis 1987 blieb mit 15,6 Prozent noch vergleichsweise nah dran, danach folgen 26,6, 24,5 und 25,8 Prozent. Der Sprung liegt also zwischen dem ersten und dem zweiten Block, und er kommt von der Stadtseite — Gera verlor dort rund 80 Millimeter im Jahresmittel, während der bundesweite Wert leicht zulegte. Passend dazu stammen beide Jahre über dem Bundeswert aus genau diesem ersten Abschnitt. Auch die Extreme sitzen dort, und zwar unmittelbar nebeneinander: 1.033,9 Millimeter im nassen 1981, 393,2 Millimeter im trockenen 1982 — zwischen zwei aufeinanderfolgenden Jahrgängen liegt der Faktor 2,6. Für die Auswertung stehen alle 51 Jahre bereit, ohne Fehlstelle, und die Vergleichslinie stammt aus denselben.
Gewitter und Blitze in Gera
So oft blitzt und donnert es in Gera:
Diese Reihe hat kein Ausnahmejahr, und das ist ihre eigentliche Nachricht. Über elf Jahrgänge stehen 0,504 Einschläge je Quadratkilometer gegen 0,635 auf Bundesebene; daraus wird ein Faktor von 0,79, absolut sind es 81 Entladungen im Jahresschnitt. Der Spitzenjahrgang 2015 kam auf 154 Einschläge, das entspricht 0,96 je Quadratkilometer und überragt den damaligen Bundeswert nur um acht Prozent — und jener Bundeswert war mit 0,89 der höchste des gesamten Fensters. Nimmt man das Jahr heraus, verschiebt sich der Faktor gerade einmal von 0,79 auf 0,75. Anderswo hängt die Bilanz an einem einzigen Sommer; hier trägt sie sich selbst. Über dem Bundeswert lag Gera außer 2015 noch 2019 und 2022; im Jahr 2017 stimmten beide Werte mit 0,69 überein. Vergleicht man die beiden Reihenhälften, ergeben sich 0,620 gegen 0,730 bis 2019 und 0,407 gegen 0,555 danach — die Faktoren 0,85 und 0,73 liegen nah beieinander, und weil auch die deutsche Seite deutlich nachgegeben hat, trägt der Unterschied keine Entwicklungsaussage. Am wenigsten kam 2025 zusammen: 34 Entladungen, umgerechnet 0,21 je Quadratkilometer. Als Bezugsraum dient das Stadtgebiet — aus den beiden Spalten lassen sich gut 160 Quadratkilometer zurückrechnen, während Gera 152,19 misst.
Temperaturen in Gera
So warm und kalt ist es in Gera:
Der Abstand zum Bundeswert ist klein, aber er hat eine klare Richtung: 8,86 °C stehen 9,11 °C für Deutschland gegenüber, 0,25 Grad Rückstand oder 2,7 Prozent. Getragen wird er von 43 der 51 Jahrgänge; sechsmal traf die Stadt den Bundeswert exakt, und nur zweimal lag sie darüber — 2000 mit einem Zehntel und 2024 mit zwei. Spannend wird die Kurve, wenn man sie in Abschnitte zerlegt, denn der Rückstand löst sich über die Zeit fast auf: 0,42 Grad bis 1987, dann 0,23 im zweiten und 0,26 im dritten Block, ab 2014 gerade noch 0,07 Grad. Aus 5,1 Prozent sind 0,7 Prozent geworden. Das ist ein anderes Muster als eine gleichbleibende Differenz, und es erlaubt zwei Lesarten: Entweder holt der Standort auf, oder der frühe Abschnitt war ungewöhnlich kühl. Welche der beiden zutrifft, geben Jahresmittel nicht her — die Reihe zeigt die Bewegung, ihre Ursache liefert sie nicht mit. Vom kältesten bis zum wärmsten Jahrgang sind es 4,4 Grad — unten steht 1996 mit 6,7 °C, oben 2024 mit 11,1. Für die Auswertung sprechen 51 vollständige Jahrgänge ohne eine einzige Fehlstelle.




