ISS – Unsere Raumstation am Himmel
Die Internationale Raumstation ISS kreist alle 90 Minuten um die Erde. Von hier oben haben die Astronauten einen Blick auf uns und unser Wetter – und manchmal können Sie die ISS sogar von hier unten mit bloßem Auge sehen! Ein faszinierendes Phänomen am Himmel, das sich lohnt zu verfolgen.
WAS IST DIE ISS EIGENTLICH?
Die Internationale Raumstation (ISS) ist eine bemannte Raumstation, die etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche schwebt. Sie ist so groß wie ein American Football-Feld und wiegt etwa 420 Tonnen – größer als ein Jumbo-Jet.
Gebaut wurde die ISS ab 1998 gemeinsam von mehreren Ländern: den USA, Russland, Kanada, Japan, Brasilien und den ESA-Ländern (einschließlich Deutschland). Etwa 15–16 Menschen sind dort oben gleichzeitig, arbeiten in Laboratorien und beobachten die Erde – oder auch das Wetter, das unter ihnen tobt.
Interessant: Die ISS ist das hellste von Menschenhand gemachte Objekt am Himmel. Nur der Mond und die Venus sind manchmal heller. Sie ist also kein Flugzeug, kein Satellit – sie ist ein bemanntes Forschungszentrum im All.
WARUM KÖNNEN WIR SIE SEHEN?
Die ISS fliegt nicht durch vollständige Dunkelheit. In der Dämmerung – kurz nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang – beleuchtet die Sonne die Raumstation, während die Erde bereits im Schatten liegt. Dadurch wird die ISS-Oberfläche hell angeleuchtet, und wir können sie mit dem Ort noch nicht völlig dunkel sehen.
Das Licht, das Sie sehen, ist also Sonnenlicht, das von der ISS reflektiert wird – ähnlich wie der Mond Sonnenlicht reflektiert. Deshalb sehen Sie die ISS nur in bestimmten Fenstern am Morgen oder Abend, nicht mitten in der Nacht.
Die Bewegung: Sie sehen nicht einfach einen Punkt am Himmel. Die ISS zieht als heller, beweglicher Punkt über den Himmel, manchmal für 2–5 Minuten sichtbar. Sie bewegt sich langsam und gleichmäßig – anders als ein Flugzeug, das blinkt oder auch seine Richtung wechseln kann.
WIE KANN ICH DIE ISS SEHEN?
Schritt 1: Wo ist die ISS gerade?
Mit dem ESA-Radar können Sie die aktuelle Position der ISS live verfolgen. Eine interaktive Weltkarte zeigt Ihnen in Echtzeit:
- Wo sich die Raumstation gerade befindet
- Über welchem Land sie gerade fliegt
- In welcher Höhe und mit welcher Geschwindigkeit
- Wann sie das nächste Mal über Ihren Ort fliegt
Das ESA-Radar ist perfekt, um die ISS „live“ zu beobachten – Sie sehen genau, wie schnell sie die Erde umrundet.
Schritt 2: Wann ist die ISS von Ihrem Ort sichtbar?
Nutzen Sie AstroViewer – eine deutschsprachige Webseite speziell für ISS-Überflug-Vorhersagen. Sie geben Ihren Ort ein und AstroViewer zeigt Ihnen alle Daten zum Überflug an.
Aktuelle Position der iss
Auf dem ISS Tracking Radar sehen Sie die aktuelle Position der ISS.
Die ISS bewegt sich immer von links nach rechts, also hat eine Flugroute in die östliche Himmelsrichtung.
Die vergangene Flugroute der letzten 90 Minuten wird in gelb dargestellt.
Die zukünftige Flugroute der nächsten 90 Minuten erscheint in weiß auf der Karte.
powered by esa.int
Schritt 3: Den richtigen Ort wählen
- Dunkler Ort: Lichtverschmutzung meiden. Kein Stadtlicht direkt von vorne.
- Freie Sicht: Nach Norden, Osten, Westen oder Süden – je nachdem, wo AstroViewer sagt.
- Fenster reicht: Sie brauchen nicht rausgehen. Ein Fenster mit freier Sicht zum Himmel genügt.
Schritt 4: Hinschauen – aber Geduld!
Gehen Sie 2–3 Minuten vor dem Zeitpunkt raus (oder schauen aus dem Fenster). Sagt Astroviewer, dass die ISS um 21:47 Uhr von Westen nach Osten zieht? Dann schauen Sie nach Westen, und nach 1–2 Minuten sehen Sie den hellen Punkt auftauchen.
Das Besondere: Sie werden kein Blinken sehen wie bei einem Flugzeug. Die ISS gleitet sanft und gleichmäßig über den Himmel – das ist das Erkennungszeichen.
Dieser einzigartige Schnappschuss der ISS ist tatsächlich von der Erde aus entstanden. Mit einem guten Teleskop lassen sich solche Eindrücke einfangen. Foto: Steffen Lindemann)
WANN KANN ICH SIE AM BESTEN SEHEN?
Frühling und Herbst (März–Mai, September–Oktober) sind ideal, weil die Dämmerungsfenster länger sind. Beobachten Sie die ISS früh morgens 1–2 Stunden vor Sonnenaufgang oder abends 1–2 Stunden nach Sonnenuntergang. Wichtig: Die ISS ist nicht jede Nacht von Ihrem Ort sichtbar, da sie bestimmte Bahnen um die Erde fliegt – manche Wochen können Sie sie mehrmals sehen, andere Wochen gar nicht. Das
WARUM IST DIE ISS FÜR UNS INTERESSANT?
Wetter beobachten: Die Astronauten fotografieren unser Wetter von oben. Hurrikane, Stürme, Vulkan-Asche – alles ist von der ISS sichtbar.
Wissenschaft: In den Laboren der ISS wird in einer Erdfremden Umgebung geforscht. Schwerelosigkeit ermöglicht neue Experimente zu Materialien, Medizin und Physik.
Menschheit: Die ISS ist ein Symbol der Zusammenarbeit – selbst während politischer Krisen arbeiten Astronauten aus verschiedenen Ländern dort zusammen.
Für Sie persönlich: Es ist ein magisches Gefühl, einen echten Menschen im All zu sehen, der Sie ansieht – auch wenn Sie ihn nicht sehen kann. Tausende Kilometer über Ihnen, mit 28.000 km/h um die Erde fliegend!
Häufig gestellte Fragen zur ISS
Ist das, das ich sehe, wirklich die ISS?
Wahrscheinlich ja, wenn die App einen Vorbeiflug vorhersagt und Sie genau dann einen hellen, gleichmäßig bewegten Punkt sehen. Flugzeuge blinken, Sterne funkeln (Atmosphäreneffekt), nur die ISS gleitet ruhig und gleichmäßig über den Himmel.
Kann ich die ISS auch tagsüber sehen?
Theoretisch ja, wenn Sie den genauen Ort wissen und einen sehr freien Himmel haben. Praktisch ist es fast unmöglich – das Tageslicht überragt die ISS bei weitem. Nachts/in der Dämmerung ist deutlich leichter.
Wie schnell bewegt sich die ISS?
Die ISS fliegt mit etwa 28.000 km/h um die Erde – also 15x so schnell wie eine Gewehrkugel. Um das in Perspektive zu setzen: Die Distanz von Hamburg nach München (etwa 800 km) würde die ISS in knapp 2 Minuten zurücklegen. Von Ihrem Standpunkt aus sieht es trotzdem gemächlich aus, weil die Raumstation so hoch oben und so weit weg ist – ein optischer Täuschung durch die Entfernung.
Kann ich die ISS fotografieren?
Mit einem Smartphone-Kamera ist das schwierig, aber nicht unmöglich – Sie brauchen eine ruhige Hand und etwas Glück. Mit einer normalen Kamera und Stativ geht es besser. Profis nutzen Teleskope oder Spiegelreflexkameras mit Zoom, siehe oben.



